Das Wichtigste
- Ein Notstromaggregat darf laut BBK nie in Innenräumen laufen: Die Abgase enthalten Kohlenmonoxid, es besteht Erstickungsgefahr.
- Eine Powerstation hat keinen Motor und keine Abgase. Sie darf in der Wohnung stehen, ihr Speicher ist aber begrenzt.
- Ein Aggregat liefert viel Energie, solange Benzin da ist. Eine Powerstation lohnt sich für kleine Geräte über Stunden bis etwa einen Tag.
- Rechnen Sie bei einer Powerstation mit dem Kaufpreis pro Wh, beim Aggregat mit Liter Benzin pro kWh.
In diesem Artikel
Für die meisten Haushalte ist eine Powerstation die sicherere Wahl: Sie darf in der Wohnung stehen, macht keinen Lärm und erzeugt keine Abgase. Ein Notstromaggregat liefert mehr Energie über längere Zeit, darf aber nur im Freien laufen, weil seine Abgase tödliches Kohlenmonoxid enthalten. Was am Ende günstiger ist, hängt davon ab, wie viel Strom Sie wirklich brauchen.
Zwei Geräte, zwei Prinzipien
Das Notstromaggregat
Ein Notstromaggregat, auch Stromerzeuger genannt, ist ein kleiner Benzin-, Diesel- oder Gasmotor, der einen Generator antreibt. Solange Kraftstoff im Tank ist, liefert es Strom. Dafür braucht es Tanken, Öl, Wartung und einen Platz draußen.
Die Powerstation
Eine Powerstation ist ein großer Akku mit eingebauten 230-V-Steckdosen, USB-Buchsen und oft einem 12-V-Ausgang. Sie wird vorher an der Steckdose geladen, im Notfall auch mit einem Solarmodul. Ist der Akku leer, ist Schluss, bis wieder Strom da ist.
Die größte Gefahr: Kohlenmonoxid
Jeder Verbrennungsmotor erzeugt Abgase mit Kohlenmonoxid (CO). Dieses Gas riecht man nicht und sieht man nicht. Das BBK schreibt dazu deutlich: Stromerzeuger dürfen nicht in Innenräumen betrieben werden, wegen der Abgase besteht Erstickungsgefahr. Geeignet ist laut BBK ein gut belüfteter, trockener Platz im Freien.
Das bedeutet konkret:
- nicht in der Wohnung, nicht im Keller, nicht in der Garage;
- nicht so, dass Abgase durch offene Fenster oder Türen ins Haus ziehen können;
- beim Tanken den Motor abstellen. Verschütteter Kraftstoff und heiße Teile sind laut BBK eine Brandgefahr.
Das BBK nennt eine Kohlenmonoxid-Vergiftung lebensgefährlich und rät zu geprüften CO-Meldern. Das gilt für alles, was im Haus verbrennt.
Eine Powerstation hat dieses Problem nicht. Es gibt keinen Motor und keine Abgase. Sie gehört trotzdem auf einen festen, trockenen Platz, nicht neben Heizung oder Herd.
Lärm und Nachbarn
Das BBK weist darauf hin, dass sich Nachbarn gerade in dicht bebauten Gebieten und Mehrfamilienhäusern durch den Lärm eines Stromerzeugers gestört fühlen können. Es rät, ein leises Modell zu wählen.
Ein Beispiel für ein vergleichsweise leises Gerät: Honda gibt für den Inverter-Stromerzeuger EU22i einen Schallleistungspegel von 89 dB(A) an, am Arbeitsplatz 71 dB(A). Solche Werte hört man deutlich, und ein Aggregat läuft im Ernstfall über Stunden.
Eine Powerstation hat keinen Motor. Zu hören ist meist nur ein Lüfter beim Laden oder bei großer Last. Sie können sie nachts im Schlafzimmer neben ein Atemgerät stellen, ein Aggregat nicht.
Kosten pro Wh: was kostet der Strom wirklich
Powerstation: Kaufpreis pro Wh
Bei einer Powerstation ist der Kaufpreis der größte Posten. Teilen Sie den Preis, den Sie bei Amazon sehen, durch die Wh des Akkus. So sehen Sie, wie teuer jede Wattstunde Speicher ist, und können Modelle fair vergleichen.
| Rechnung | Beispiel | Preis pro Wh |
|---|---|---|
| Preis ÷ Wh | 500 € ÷ 1 000 Wh | 0,50 € |
| Preis ÷ Wh | 900 € ÷ 2 000 Wh | 0,45 € |
Die Beispielpreise sind ausgedacht, nur um die Rechnung zu zeigen. Den echten Preis von heute sehen Sie bei Amazon.
Große Stationen sind pro Wh meist günstiger als kleine. Das Laden selbst kostet nur Ihren normalen Strompreis, solange das Netz da ist.
Aggregat: Liter Benzin pro kWh
Beim Aggregat zählt neben dem Kaufpreis der Kraftstoff. Honda nennt für den EU22i 1 800 W Dauerleistung, 3,6 Liter Tank und 3,5 Stunden Laufzeit bei Dauerleistung. Das ergibt 1 800 W × 3,5 h = 6 300 Wh, also 6,3 kWh aus 3,6 Litern. Pro kWh sind das 3,6 ÷ 6,3 ≈ 0,57 Liter Benzin.
Das gilt aber nur bei voller Last. Mit Sparschaltung nennt Honda bis zu 9 Stunden pro Tankfüllung. Hängt nur ein Kühlschrank mit 45 W dran, läuft der Motor trotzdem, und Sie brauchen für 24 Stunden mindestens 24 ÷ 9 × 3,6 ≈ 9,6 Liter. Für kleine Geräte ist ein Aggregat also sehr unwirtschaftlich. Multiplizieren Sie die Liter mit dem Preis an Ihrer Tankstelle.
Dazu kommt die Lagerung: Laut BBK dürfen im Keller höchstens 10 Kilogramm Benzin oder 20 Kilogramm Diesel in geeigneten Kanistern stehen.
Wann passt was
Eine Powerstation passt, wenn …
- Sie Kühlschrank, Router, Licht, Handys oder ein CPAP-Gerät über Stunden bis etwa einen Tag versorgen wollen;
- Sie in einer Wohnung ohne Garten oder sicheren Platz draußen leben;
- Sie keinen Kraftstoff lagern möchten.
Eine Station mit 1 070 Wh betreibt einen Kühlschrank mit 45 W rund 16,5 Stunden: 1 070 × 0,85 ÷ (45 + 10) ≈ 16,5. Eine FOSSiBOT F2400 mit 2 048 Wh schafft so etwa 32 Stunden. Mit einem Solarmodul lässt sich nachladen, im Winter aber nur wenig. PVGIS nennt für Kassel bei 35° Neigung im Dezember 0,84 kWh pro kWp und Tag. Ein 400-W-Modul liefert also im Schnitt nur etwa 0,4 × 0,84 ≈ 0,34 kWh am Tag.
Ein Aggregat kann passen, wenn …
- Sie ein Haus mit sicherem Platz im Freien haben;
- Sie über mehrere Tage größere Mengen Strom brauchen;
- Sie bereit sind, Kraftstoff vorschriftsmäßig zu lagern und das Gerät regelmäßig laufen zu lassen.
Wer ein Aggregat an die Hausinstallation anschließen will, braucht laut BBK immer einen Elektrofachbetrieb. Arbeiten an der Hausinstallation dürfen nur Elektrofachbetriebe ausführen. Stecken Sie Geräte sonst nur direkt am Aggregat oder an der Station ein.
Wie lange Ihre eigenen Geräte an einer Station laufen, zeigt der Laufzeit-Rechner. Alle Modelle mit Gewicht und Leistung finden Sie im Vergleich, zum Beispiel die Jackery Explorer 1000 v2.
Kurz gesagt
- Ein Notstromaggregat nur im Freien betreiben: Kohlenmonoxid kann tödlich sein.
- Eine Powerstation ist leise und abgasfrei, ihr Speicher reicht aber meist nur für Stunden bis etwa einen Tag.
- Station: Kaufpreis ÷ Wh. Aggregat: bei Volllast rund 0,57 Liter Benzin pro kWh, bei kleiner Last viel mehr.
- Für Wohnungen und kleine Geräte ist die Powerstation meist die bessere Wahl.
Quellen
Häufige Fragen
Darf ich ein Notstromaggregat in der Garage betreiben?
Nein. Das BBK schreibt, dass Stromerzeuger nicht in Innenräumen betrieben werden dürfen, weil wegen der Abgase Erstickungsgefahr besteht. Geeignet ist ein gut belüfteter, trockener Platz im Freien.
Kann ich ein Aggregat an meine Hausinstallation anschließen?
Nur über eine Einspeisung, die ein Elektrofachbetrieb plant und einbaut. Arbeiten an der Hausinstallation dürfen laut BBK nur Elektrofachbetriebe ausführen.
Wie viel Benzin darf ich zu Hause lagern?
Laut BBK dürfen im Keller höchstens 10 Kilogramm Benzin oder 20 Kilogramm Diesel in geeigneten Kanistern gelagert werden. Gas darf nicht im Keller gelagert werden.
Ist eine Powerstation wirklich leise?
Sie hat keinen Motor. Hörbar ist meist nur ein Lüfter, der beim Laden oder bei hoher Last anläuft. Ein Benzinaggregat ist dagegen auch im Freien gut zu hören.
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