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Powerstation für Wohnmobil und Camping: welche Größe fürs Wochenende

Strom im Wohnmobil und beim Camping: wie viele Wh Kühlbox, Licht, Handys und Laptop an einem Wochenende brauchen und welche Powerstation-Größe dafür passt.

Von Casey Minio
Herausgeber von kWhReady
Aktualisiert am · 5 Min. Lesezeit

Das Wichtigste

  • Ohne Kühlbox reicht für ein Wochenende oft schon eine kleine Station mit rund 300 Wh, wenn Sie sparsam sind.
  • Mit Kompressor-Kühlbox brauchen Sie etwa 500 Wh pro Tag. Eine Station mit rund 1 kWh hält damit knapp zwei Tage.
  • Ein Solarmodul mit 100 W bringt im Juli im Schnitt etwa 0,4 kWh am Tag, an trüben Tagen deutlich weniger.
  • Sichern Sie die Station während der Fahrt. Feste Einbauten in den Bordstrom gehören in die Hand eines Fachbetriebs.
In diesem Artikel
  1. Was im Wohnmobil und Zelt Strom braucht
  2. Der Tagesbedarf, Schritt für Schritt
  3. Welche Station reicht wie lange
  4. Nachladen unterwegs
  5. Sicher im Fahrzeug
  6. Kurz gesagt

Für ein Wochenende ohne Kühlbox reicht meist eine kleine Powerstation mit rund 300 Wh. Mit einer Kompressor-Kühlbox brauchen Sie etwa 500 Wh pro Tag, also eine Station mit rund 1 kWh oder eine kleinere Station plus Solarmodul. Rechnen Sie Ihren Bedarf vor der Abfahrt einmal durch, das dauert fünf Minuten.

Was im Wohnmobil und Zelt Strom braucht

Am Wochenende hängen meist dieselben Geräte am Strom: Licht, Handys, vielleicht ein Laptop und vor allem die Kühlbox. Die Kühlbox ist fast immer der größte Verbraucher, weil sie Tag und Nacht läuft.

Die Kühlbox

Eine Kompressor-Kühlbox schaltet sich wie ein Kühlschrank ein und aus. Dometic gibt für die CFX3 35 bei 32 °C Außentemperatur einen Verbrauch von 0,98 Ah pro Stunde an 12 V an. Das sind 0,98 × 12 ≈ 12 W im Durchschnitt. Wir rechnen mit 15 W, weil die Box in der Sonne steht, oft geöffnet wird oder frisch eingeräumte warme Getränke kühlen muss.

Haben Sie eine andere Kühlbox, etwa eine thermoelektrische ohne Kompressor, schauen Sie auf das Typenschild oder in die Anleitung. Ihr Verbrauch kann ganz anders sein.

Licht, Handys, Laptop

Für die anderen Geräte nutzen wir die Durchschnittswerte dieser Seite: LED-Lampe 8 W, ein Handy laden 10 W über rund drei Stunden, ein Laptop 60 W. Ein Laptop für E-Mails und Filme braucht oft weniger, 60 W ist ein vorsichtiger Wert.

Der Tagesbedarf, Schritt für Schritt

Multiplizieren Sie bei jedem Gerät die Watt mit den Stunden pro Tag. Dann zählen Sie alles zusammen.

GerätWattStunden pro TagWh pro Tag
Kompressor-Kühlbox15 W24 h360 Wh
LED-Lampe8 W4 h32 Wh
Zwei Handys laden2 × 10 W3 h60 Wh
Laptop60 W1 h60 Wh
Summe mit Kühlbox512 Wh
Summe ohne Kühlbox152 Wh

Die Rechnung für die Kühlbox: 15 × 24 = 360 Wh. Ohne Kühlbox bleiben 32 + 60 + 60 = 152 Wh. Ohne Laptop sind es sogar nur 92 Wh pro Tag.

Welche Station reicht wie lange

Auf dieser Seite rechnen wir mit 85 % nutzbarem Speicher, weil beim Umwandeln etwas verloren geht. Laufen Kühlbox und Handys über den 12-V-Ausgang und USB, lassen wir die 10 W weg, die die Station für ihre 230-V-Steckdosen braucht. Das ist der sparsamste Weg. Den Laptop laden Sie am besten per USB-C, falls er das kann.

Station (Wh laut Hersteller)Nutzbar (× 0,85)Tage mit Kühlbox (512 Wh)Tage ohne Kühlbox (152 Wh)
Jackery Explorer 300 Plus (288 Wh)≈ 245 Wh≈ 0,5≈ 1,6
EcoFlow RIVER 2 Pro (768 Wh)≈ 653 Wh≈ 1,3≈ 4,3
Anker SOLIX C1000 (1 056 Wh)≈ 898 Wh≈ 1,8≈ 5,9

Beispiel: 1 056 × 0,85 = 898 Wh. 898 ÷ 512 ≈ 1,8 Tage. Für ein Wochenende von Freitagabend bis Sonntag ist das knapp, aber mit vorgekühlter Box und etwas Sparsamkeit machbar.

Wer Licht und Handys ohne Laptop braucht (92 Wh pro Tag), kommt mit der Jackery Explorer 300 Plus gut zweieinhalb Tage aus: 245 ÷ 92 ≈ 2,7.

Ihre eigenen Geräte können Sie im Laufzeit-Rechner eintragen.

Das Gewicht nicht vergessen

Mehr Speicher heißt mehr Gewicht. Laut Hersteller wiegt die Jackery Explorer 300 Plus 3,75 kg, die EcoFlow RIVER 2 Pro 7,8 kg und die Anker SOLIX C1000 12,9 kg. Fürs Zelt mit Fußweg ist das ein echter Unterschied, im Wohnmobil eher nicht.

Nachladen unterwegs

Mit Solarmodul

Ein mobiles Solarmodul wird direkt an den Solareingang der Station gesteckt. PVGIS, der Rechner der EU-Kommission, nennt für Kassel bei flach liegendem Modul im Juli im Schnitt 4,06 kWh pro kWp und Tag. Ein Modul mit 100 W bringt also etwa 0,1 × 4,06 ≈ 0,4 kWh am Tag.

Das ist ein Durchschnitt über viele Jahre. An einem trüben Tag kommt viel weniger an, und Schatten von Bäumen oder Markise kostet zusätzlich. Das Etikett mit 100 W ist ein Höchstwert, den das Modul im Alltag selten erreicht. Laut Hersteller verträgt die EcoFlow RIVER 2 Pro bis 220 W am Solareingang, die Anker SOLIX C1000 bis 600 W.

Mit einem 200-W-Modul (im Julischnitt etwa 0,8 kWh am Tag) kann eine Station mit rund 1 kWh die Kühlbox über ein langes Wochenende versorgen. Im Frühling und Herbst ist der Ertrag deutlich kleiner.

Während der Fahrt und auf dem Campingplatz

Viele Stationen lassen sich während der Fahrt über die 12-V-Steckdose des Fahrzeugs laden. Das geht langsam. Wie schnell, steht in der Anleitung der Station. Auf dem Campingplatz mit Stromanschluss laden Sie ganz normal über das Netzteil.

Wer Ladetechnik fest in das Bordnetz einbauen will, etwa einen Ladebooster, lässt das einen Fachbetrieb machen. Fehler am Bordnetz können das Fahrzeug beschädigen oder einen Brand auslösen.

Sicher im Fahrzeug

Eine Station mit über 10 kg wird bei einer Vollbremsung zum Geschoss. Stellen Sie sie in den Fußraum oder sichern Sie sie mit einem Spanngurt. Lassen Sie die Lüftungsschlitze frei und stellen Sie die Station nicht in die pralle Sonne hinter die Windschutzscheibe.

Alle Modelle mit Gewicht, Leistung und Solareingang finden Sie im Vergleich. Details zur Station stehen zum Beispiel auf der Seite der EcoFlow RIVER 2 Pro.

Kurz gesagt

  • Zählen Sie Watt × Stunden für jedes Gerät zusammen. Die Kühlbox ist meist der größte Posten.
  • Ohne Kühlbox reicht oft eine Station mit rund 300 Wh, mit Kühlbox eher eine mit rund 1 kWh.
  • Ein 100-W-Modul bringt im Juli im Schnitt etwa 0,4 kWh am Tag, bei Wolken weniger.
  • Station im Fahrzeug immer sichern, feste Einbauten nur vom Fachbetrieb.

Quellen

  1. Dometic CFX3 35: Energieverbrauch 0,98 Ah/h bei 12 V (32 °C außen, 4 °C innen)
  2. PVGIS (JRC, EU-Kommission): Solarertrag Kassel, Modul flach liegend

Häufige Fragen

Wie viel Strom braucht eine Kompressor-Kühlbox?

Dometic gibt für die CFX3 35 bei 32 °C Außentemperatur 0,98 Ah pro Stunde an 12 V an, also rund 12 W im Schnitt. Wir rechnen mit 15 W, damit etwas Reserve bleibt.

Kann ich die Powerstation während der Fahrt laden?

Viele Stationen lassen sich über die 12-V-Steckdose des Fahrzeugs laden. Das geht langsam, wie schnell, steht in der Anleitung der Station. Fest verbaute Ladetechnik baut ein Fachbetrieb ein.

Reicht eine Station mit 300 Wh für ein Wochenende?

Für Licht und Handys ja: rund 90 Wh pro Tag passen gut zweimal hinein. Mit Kühlbox reicht sie nur für etwa einen halben Tag.

Warum rechnen Sie beim 12-V-Ausgang ohne die 10 W?

Die 10 W braucht die Station für ihre 230-V-Steckdosen. Laufen Kühlbox und Handys über 12 V und USB, bleiben diese Steckdosen aus, und der Eigenverbrauch fällt weitgehend weg.

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Wer hinter kWhReady steht

Casey Minio gibt kWhReady heraus. Wir vergleichen Powerstations mit den Zahlen der Hersteller und einer offenen Rechnung. Wir testen die Geräte nicht selbst und sagen das offen.

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